Letzte Woche fand die erste Ausgabe des ZHAW Digital Health Lab Days statt. Einmal mehr war das Health-Trends Team vor Ort und hat für euch nachfolgend die wichtigsten Aktivitäten und Erkenntnisse aus dem Event zusammengefasst.

Spannende Keynotes zum Thema Digital Health am Vormittag

Der Event-Vormittag startete in der Aula der ZHAW Wädenswil und war geprägt durch verschiedene Keynotes zum Thema Innovation im Gesundheitswesen. Besonders in Erinnerung geblieben sind uns dabei die drei Keynotes, die nachfolgend zusammengefasst werden. Die weiteren Keynotes findet ihr im Anschluss an diese Zusammenfassung aufgelistet.

Keynote: Bewegungstraining 4.0 – Revigo als Living Lab für die Implementierung von Technologie-basierter Therapie und Training

Prof. Dr. Markus Wirz vom Gesundheitsdepartement der ZHAW gab im Rahmen seines Vortrags Auskunft über das ambulante Therapie-Zentrum Revigo in Volketswil, welches durch eine Partnerschaft zwischen der ZHAW, Hocoma, VAMED und der Rehaklinik Zihlschlacht getragen wird. Revigo ist ein Zentrum für innovatives, technologie-assistiertes Bewegungstraining für Menschen mit eingeschränkter Funktionsfähigkeit. Zum Einsatz kommen interaktive Roboter oder Sensorbasierte Feedbacksysteme. Diese sind für das Bewegungstraining implementiert und im täglichen Betrieb eingesetzt, wobei der zukunftsweisende Trainingsbetrieb die alltagsnahe Evaluation der Technologien erlaubt. Im Fokus steht, wie die Interaktion zwischen Gesundheitsfachpersonen und Trainierenden gestaltet werden kann. Ein weiteres laufendes Projekt untersucht, wie Bewegungsempfehlungen durch technologie-assistiertes Bewegungstraining in Revigo umgesetzt werden können. Wie Markus Wirz in seinen Schlussfolgerungen ausführte, sind längere Trainings mit Hilfe von Technologie durchaus möglich und führen zu besseren Outcomes. Es stellt sich dabei jedoch die Frage der optimalen Dosierung. Insgesamt wurde bis anhin das gesundheitswirksame Training auf Basis von Technologie in der Praxis sowie auch in der Fachliteratur noch wenig untersucht, jedoch ist Wirz der Meinung, dass viel Potential für sekundäre Prävention besteht.

Das Health-Trends Team ist der Ansicht, dass das von Markus Wirz vorgestellte Thema ein sehr relevantes und kostenwirksames Thema ist und damit auch zugunsten der Patienten weitere Effizienz in einzelnen Rehabilitations-Massnahmen erzielt werden können. Darüber hinaus wird mit diesem Forschungs-Beispiel die im (Schweizer) Gesundheitswesen allgemein beobachtbare Tendenz hin zu einer partnerübergreifenden Zusammenarbeit im Eco-System, zum Beispiel zwischen Forschung, MedTech-Firmen und Leistungserbringern im Rehabilitationsbereich, schön veranschaulicht.

Keynote: Mobile Health und Forschung: Synergien und Kontroversen:

Mobile Apps können im Bereich Gesundheit unterschiedliche Funktionen übernehmen, dazu gehören Diagnostik, Intervention, sowie das Messen und Dokumentieren von Symptomen oder Gesundheitszuständen. Allerdings sind nur sehr wenige der Apps im Gesundheitsbereich in Bezug auf ihre Wirksamkeit evaluiert. Deshalb ging der Vortrag von Prof. Dr. Claudia Witt vom Institut für komplementäre und integrative Medizin am Universitätsspital Zürich auf die Möglichkeiten von Mobile Health Apps in der Klinische Forschung ein. Claudia Witt, die seit 2011 im Bereich Mobile Health forscht, führte unter anderem aus, dass es keinen gemeinsamen Nenner respektive kein erkennbares Muster für erfolgreiche Mobile Health Apps gibt. Gemäss Witt hat jede App andere Erfolgsfaktoren auf Basis derer sie sich im Markt durchsetzt oder nicht. Als grösste Herausforderung bei klinischen Mobile Health Apps identifiziert Witt dabei das Tempo: die Thematik entwickelt sich unglaublich schnell weiter, gleichzeitig ist die klassische klinische Forschung und damit zusammenhängende Themen wie beispielsweise die Finanzierung von Forschungsanträgen zu langsam unterwegs. Zudem braucht es neue Communities, in welcher zum Beispiel Startups und Forschende gemeinsame Lösungen entwickeln, neue App-Angebote getestet werden und dabei Feedback gesammelt wird oder wo auch neue Wege für die Vergütung von App-Angeboten gefunden werden können. Dabei hat Witt insbesondere auf das neue «Digitale Versorgungs-Gesetz (DVG)» in Deutschland hingewiesen, welches bezüglich Vergütung solcher App-Angebote neue Rahmenbedingungen schafft und deshalb gegenwärtig von Forschenden im Mobile Health Bereich intensiv beobachtet wird.

Claudia Witt hat aus Sicht des Health-Trends Teams sehr anschaulich über die bereits erzielten Erkenntnisse sowie die gegenwärtigen und anstehenden Herausforderungen in der Forschung mit Mobile Health Apps berichtet. Das Thema Mobile Health, ein Kernthema von Digital Health, ist aus unserer Sicht sehr zentral bei der Adressierung von drängenden Herausforderungen im Gesundheitswesen wie beispielsweise Medienbrüchen auf dem medizinischen Behandlungspfad, oder fehlende Transparenz und Orientierungslosigkeit aus Sicht der Patienten. Insgesamt liegt deshalb sehr viel Potential im Bereich Mobile Health, weshalb diese Keynote in unserem Bericht besondere Würdigung erfährt.

Keynote: Die Entschlüsselung der Digital Health DNA – Strategische Optionen für Akteure im Gesundheitswesen

Die Digitalisierung hat das Gesundheitswesen in voller Breite erfasst. Die Verheissungen und Potentiale sind immens. Gleichzeitig bestehen bei vielen Akteuren grosse Unsicherheiten, wie sie das Thema strategisch klug angehen sollten. Prof. Dr. Alfred Angerer vom ZHAW Institut für Gesundheitsökonomie thematisierte in seinem Vortrag deshalb verschiedene strategische Optionen für Akteure im Gesundheitswesen. Angerer wies darauf hin, dass zunächst die aktuelle Health Value Chain im Zustand vor der digitalen Revolution verstanden werden muss. Darauf basierend kann angeschaut werden, wie die Digitalisierung andere Branchen wie beispielsweise das Banking oder den Handel mit Konsumgütern transformiert hat. Daraus lassen sich drei grosse Veränderungsfelder für das Gesundheitswesen ableiten: Information zu Gesundheitsthemen, Interaktion zwischen den Akteuren und Erstellung einer medizinischen Diagnose. Ergänzend dazu wies Angerer darauf hin, dass man aus der Strategieforschung drei grundsätzliche Wege kennt, um einen kompetitiven Vorteil zu erlangen: Produktführerschaft, Operative Exzellenz und Kundennähe. Wenn diese drei Wege mit den drei erwähnten grossen Veränderungen im Gesundheitswesen kombiniert werden, entsteht eine Matrix strategischer Vorgehensweisen für die Digital Health Praxis, die jeder Marktteilnehmer im Gesundheitswesen als Orientierungsrahmen für sein eigenes Handeln nützen kann. Abschliessend führte Angerer aus, dass sich die Marktteilnehmer im Gesundheitswesen je nach Bereitschaft zur Veränderung und Druck auf das System entweder auf eine «Step-by-Step» Evolution oder auf eine «Big-Bang-Revolution» gefasst machen müssen.

Alfred Angerer ist bereits seit einiger Zeit zum Thema Digital Health unterwegs. So hat er bereits 2017 mit seiner Publikation «Digital Health. Die Zukunft des Schweizer Gesundheitswesens» einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Thematik im Kontext des Schweizer Gesundheitswesens geleistet und kürzlich nun eine neue vertiefende Publikation veröffentlicht.Aus Sicht des Health-Trends Teams ist die gegenwärtige digitale Transformation insbesondere für etablierte langjährige Marktteilnehmer im Gesundheitswesen eine grosse Herausforderung. Sie tun sich schwer in der Auseinandersetzung mit der Thematik und haben Schwierigkeiten die richtigen Schlüsse zu ziehen sowie adäquate Initiativen zu lancieren, welche die Position im Markt langfristig festigen. Wir beobachten dabei, dass viele Unternehmen im Zusammenhang mit Entscheidungen im Digital Health Bereich lieber abwarten, anstatt mutig mit neuen Initiativen neue Wege einzuschlagen. Damit geht viel Zeit und Potential für eine nachhaltige Differenzierung im Markt verloren. Alfred Angerers Forschung leistet hierzu einen wichtigen Beitrag und zeigt Handlungsoptionen auf, weshalb auch dieses Thema in unserem Bericht besondere Würdigung erfährt.

Die weiteren Keynotes waren folgende:

  • Prof. Dr. Tavpritesh Sethi, Indian Institutes of Information Technology (IIIT): Redesigning Healthcare with Meaningful, Enriching and Discovery-led AI for Medicine
  • Prof. Dr. Sven Hirsch, ZHAW Institute of Applied Simulation: Real and assumed insights – statistical models and imaging biomarkers for disease characterization of intracranial aneurysms
  • Claudio Viecelli, ETHZ & David Graf, ZHAW School of Engineering: Datengestütztes medizinisches Muskeltraining
  • Dr. Julia Krasselt, ZHAW Angewandte Linguistik: „Unser Baby hat Fieber!“ – Methoden der Digitalen Linguistik zur Analyse von Gesundheitsthemen in Elternforen

Inspirative Poster Sessions über den Mittag und in den Pausen

Im Vorfeld zum Event hatten die Initianten des ZHAW Digital Health Labs im Rahmen eines «Calls for Posters» aufgerufen, aktuell laufende Forschungsprojekte auf Postern zu dokumentieren und einzureichen. Das Ziel dieser Aktion war es, am Event selber die darauf dokumentierten Projekte einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen und den Event-Teilnehmern Einblicke in verschiedene laufende Forschungsprojekte im Schweizer Gesundheitswesen zu gewähren.

Die Fülle an unterschiedlichen Themen, an denen gegenwärtig geforscht wird, war dabei besonders auffallend. Uns hat unter anderem die Forschungsarbeit von Chantal Beck, welche die Abhängigkeiten im Zusammenhang mit einem patientenzentrierten Ressourcenmanagement im Spital eindrücklich visualisiert hat, besonders gut gefallen. Die Arbeit zeigt in grafischen, abstrakten Formen ein Netzwerk von Zusammenhängen im Spital auf. So entstand ein Überblick über die ansonsten unsichtbaren Abhängigkeiten und Strukturen im Ressourcenmanagement eines Spitals. Die aufbereiteten Forschungsdaten wurden dabei letztlich zu Bildern verarbeitet, die so veranschaulicht als Basis für zukünftige Entscheidungen dienen können (weitere Informationen dazu: https://www.chantalbeck.ch/).

Die Poster-Session fand ihren Abschluss im Rahmen der Preisverleihung «Poster Awards» am Ende des Events. Gewonnen hat die Forschungsarbeit mit dem Titel «Body composition analysis of patients with acute heart failure» der CMIO Resarch Group des Universitätsspitals Basel (weitere Informationen zum CMIO).

Interaktive Workshop-Sessions am Nachmittag

Der Nachmittag stand im Zeichen des interaktiven Zusammenarbeitens in Workshop-Gruppen. Dabei hatten die Event-Teilnehmer verschiedene Themen zur Auswahl, die nachfolgend kurz zusammengefasst werden.

Workshop 1: Ideen in Produkte umsetzen – Beispiele aus der Praxis

In diesem Workshop wurden Best Practices und Schlüsselkonzepte diskutiert, wie Innovations-Ideen im Gesundheitswesen in neue Geschäftsmodelle und Produkte umgemünzt werden können. Mit von der Partie waren auch einige Schweizer Digital Health Startups wie beispielsweise Digipharm oder Leitwert, die über ihre Erfahrungen im Aufbau neuer Geschäftsmodelle im Schweizer Gesundheitswesen berichteten.

Workshop 2: Gesundheitsapps, E-Health und Data Management: Best Practices und Lessons Learned

Digital Health verlangt nach innovativen digitalen und endkundenorientierten Lösungen. Bei der Entwicklung solcher Lösungen ist es von zentraler Bedeutung, die richtigen Schritte im richtigen Zeitpunkt anzustossen. Anhand der Beispielidee «Migräne-App», eingebracht durch einen Workshop-Teilnehmer, wurde entlang der Dimensionen Stakeholder und Use Cases, Governance, App-Entwicklung, FHIR und Semantik, Datenschutz, Data Sharing, App Marketing sowie Kosten und Finanzierung diskutiert, was es braucht, um ein Digital Health App-Angebot erfolgreich zu lancieren und auf dem Markt zu platzieren.

Workshop 3: Digital Health – Erwartungen der Patienten*innen und Angehörige an Gesundheitsfachpersonen

Im Rahmen dieses Workshops wurden zwei Studien vorgestellt, die sich auf die Bedürfnisse und Erwartungen der Patienten und ihrer Angehörigen im Hinblick auf die digitale Transformation im Gesundheitswesen konzentrieren. Die erste Studie fokussiert auf digitale Informationspraktiken von Eltern und ihre Verwendungszwecke, die zweite Studie untersucht die digitale Gesundheitsförderung bei der Behandlung von Fettleibigkeit bei Erwachsenen. Auf dieser Grundlage fand anschliessend eine spannende Diskussion über die Rolle von Gesundheitsfachpersonen in Bezug auf digitale Gesundheitskompetenzen und Transformation in der Gesundheit statt.

Workshop 4: Digitalisierung im Spital – Strategien, Themenfelder, Massnahmen

In diesem Workshop ging es um die gemeinsame Erarbeitung von Themenfeldern und möglichen Massnahmen im Zusammenhang mit der Digitalisierung im Spitalumfeld. Nachdem Stefan Lienhard, Digital Manager der Schulthess Klinik, seine Erkenntnisse aus seiner Masterarbeit mit dem Titel «Der digitale Reifegrad der Schweizer Kliniken und Spitäler» vorgestellt hat, wurden in kurzen 2er-Speeddating Sessions zwischen den Teilnehmern individuelle Herausforderungen zum Thema Digitalisierung im Spital und im Gesundheitswesen diskutiert sowie anschliessend im Plenum vorgestellt. Quintessenz aus dem Workshop war, dass die Spitalgrösse und der Spitaltyp keinen Einfluss auf den digitalen Reifegrad haben. Allerdings ist (wie in jeder Expertenorganisation üblich, unabhängig der Industrie) derEinfluss der Ärzte auf Digitalisierung sehr hoch: falls ein Arzt von einem Innovations-Thema überzeugt ist, «pitcht» er dieses in der Spitaldirektion und kommt so an (zusätzliches) Budget heran. Zudem besteht allgemein betrachtet für medizinische Innovations-Themen oft ein höheres Budget und diese werden im Spital im Vergleich zu «herkömmlichen» IT-Innovations- und Prozess-Innovationsthemen schneller vorangetrieben.

Workshop 5: Bayesian Statistics in Clinical Research

In diesem Workshop wurde eine Einführung in das Bayes’sche Paradigma im klinischen Kontext, beispielsweise für klinische Studien und Studiendesign, gegeben. Darüber hinaus fand ein kurzer Ausblick auf fortgeschrittene Themen wie zum Beispiel temporäre Bayes’sche Netzwerke statt. Der Kern des Workshops bestand aus der Diskussion konkreter Anwendungsfälle und der Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses für das Potenzial und die Grenzen des Bayes’schen Rahmens für klinische (und geschäftliche) Anwendungen.

Workshop 6: Gesunde Nachbarschaften – Digitale Plattformen vernetzen und verändern die Versorgungslandschaften

Die demographische Entwicklung und ein drohender Fachkräftemangel werden das Gesundheits- und Sozialwesen in den kommenden Jahren vor grosse Herausforderungen stellen. Neue Formen der Vernetzung zwischen Menschen mit Unterstützungsbedarf sowie formelle und informelle Unterstützungsangebote (z.B. Nachbarschaftshilfe) könnten einen Beitrag zu einem nachhaltigeren Gesundheits- und Sozialwesen leisten. Deshalb wurde in diesem Workshop ein besonderes Augenmerk auf Digitale Plattformen als eine mögliche zeitgemässe technische Lösung gelegt. Sie können eine Vernetzung unterstützen, stellen die Gesellschaft aber auch vor neue technische und ethische Herausforderungen. Im Workshop wurden deshalb Chancen und Risiken des Einsatzes digitaler Plattformen an den Schnittstellen von Nachbarschaftshilfe, Quartierentwicklung und Gesundheitsversorgung diskutiert.

Krönender Abschluss mit einer inspirativen Keynote zum Thema Big Data, Machine Learning und künstliche Intelligenz im klinischen Kontext.

Im Anschluss an die Workshop-Sessions und als inhaltlicher Abschluss des Events wurden die Event-Teilnehmer erneut in die Aula der ZHAW Wädenswil gebeten. Dort hielt Dr. Ignacio H. Medrano von Savana Médica, ein spanisches Digital Health Unternehmen, seine Keynote zum Thema «Clinical Artificial Intelligence: separating facts from fiction». Medrano verwies dabei auf die Hauptherausforderung von unstrukturierten und fragmentiert abgelegten Daten im klinischen Umfeld und stellte die von Savana Médica entwickelte EHRead-Technologie vor. EHRead ist eine medizinische Sprach-Engine, welche Freitext wiederverwenden kann. Die Technologie arbeitet dabei mit jedem klinischen Dokument: Berichte, Testergebnisse, Verschreibungen, etc. Durch die Fähigkeit, Freitext zu lesen, ist sie zudem mit jeder Krankenaktensoftware kompatibel, ohne dass eine Integration erforderlich ist. Gegenwärtig greift die die Technologie auf über 185 Millionen private und öffentliche Datensätze aus dem Umfeld von Krankenhäusern und ambulanten Einrichtungen zu und wird in über 40 Krankenhäusern und 9 grossen Pharma-Unternehmen eingesetzt.

Medrano zeigte in seinem Vortrag eindrücklich auf, welche Möglichkeiten fern des Hypes um Big Data, Machine Learning und künstliche Intelligenz im klinischen Kontext bestehen. Dabei ist die Erkenntnis zentral, dass bereits heute mit Hilfe von intelligenz-basierten Anwendungen wie dem EHRread grosse Effizienz- und Erkenntnisgewinne im klinischen Umfeld erzielt werden können. Er hat damit den Teilnehmern des Events glaubhaft dargestellt, wie die Entwicklung von Technologie-Themen im Gesundheitswesen exponentiell voranschreitet und dies somit auch den Handlungsdruck auf etablierte Marktteilnehmer, sich mit solchen Themen zu beschäftigen, zunehmend erhöht. Aus unserer Sicht ein würdiger Abschluss dieses spannenden Event-Tages.

Unser Fazit zum ersten Digital Health Lab Day: Spannende Erfahrung, gerne wieder.

Insgesamt war der Digital Health Lab Day aus unserer Sicht eine sehr gelungene Veranstaltung. Auffallend war dabei der gute Mix aus akademischer Forschung und Einsichten zur praktischen Umsetzung dieser Themen im Alltag des Gesundheitswesens. Auch die Teilnehmerschaft war mit Forschung, Startups, Industrievertretern beispielsweise aus stationären sowie ambulanten Leistungserbringern, Interessensvertretern usw. sehr interdisziplinär.

Obwohl die Veranstaltung insgesamt sehr gelungen war, hätten für unseren Geschmack insbesondere die Workshop-Sessions am Nachmittag noch einen Tick mehr interaktiver sein können. Viele der Sessions glichen eher einer Vorlesung an der Universität als einer interaktiven und offenen interdisziplinären Zusammenarbeit im Rahmen eines «Digital Labs». Allerdings war dies vor allem dem Umstand zu verdanken, dass einerseits die Location der ZHAW Wädenswil dieses Setting wohl so vorgab und andererseits in einzelnen Sessions schlicht zu viele Leute anwesend waren, was die Räumlichkeiten an ihre Grenzen brachten.

Dieses bisweilen etwas «einengende» Setting hatte allerdings keinen negativen Einfluss auf die guten inhaltlichen Diskussionen im Rahmen des Events. Einmal mehr wurde im Rahmen von Keynotes und Workshop-Sessions eindrücklich und klar dargelegt, dass der Einsatz von technologischen Hilfsmitteln die Möglichkeiten zur Bewältigung drängender Probleme im Gesundheitswesen massiv steigert. Gleichzeitig darf dabei aber auch der menschliche Faktor nicht zu kurz kommen, denn: Wer Technik ruft muss damit rechnen, dass Menschen kommen. Dies gilt insbesondere oder erst recht fürs Gesundheitswesen.

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Hintergründe zum ZHAW Digital Health Lab

Das ZHAW Digital Health Lab schafft praxistaugliche, den Menschen ins Zentrum stellende Innovationen für den Gesundheitssektor. Damit soll die Gesundheitsversorgung verbessert und der Technologietransfer zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft vorangetrieben werden. Ziel des Labs ist es, ein schweizweit führendes und international anerkanntes Kompetenzzentrum im Bereich Digital Health zu sein. Dafür wird auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit und den Austausch zwischen den Mitgliedern gesetzt. Zudem arbeitet man eng mit Leistungserbringern, Industrie, Krankenversicherungen, Politik und anderen Forschungspartnern zusammen, um Forschung, Innovation und den Technologietransfer zu ermöglichen. 

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Über den ZHAW Digital Health Lab Day:

Die Digitalisierung im Gesundheitssektor bietet immenses Potenzial, das Wohlergehen und die Versorgung jedes Einzelnen zu verbessern. Diese Entwicklung hin zu einer patientenzentrierten Versorgung erfordert vollkommen neue Ansätze im Gesundheitssystem. Digital Health bietet Lösungen um die Gesundheitsversorgung präzise, personalisiert, präventiv und gleichzeitig ökonomisch zu gestalten. Das neu gegründete ZHAW Digital Health Lab stellt sich diesen Herausforderungen und veranstaltet im Rahmen der Konferenzserie Life in numbers den 1. Digital Health Lab Day. Weitere Informationen: https://www.zhaw.ch/de/forschung/departementsuebergreifende-kooperationen/digital-health-lab/digital-health-lab-day/programm/


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